Verantwortung.

Jeder Mensch trifft tagtäglich immer wieder Entscheidungen. Auch wenn es sich manchmal anfühlt, als läge es nicht in der eigenen Hand, tut es das dennoch.

Wer ist schuld an Krieg? Wer ist dafür verantwortlich? Zwar mag es sein, dass man Befehle erhält, die es auszuführen gilt, unabhängig seiner eigenen Ambitionen, und dennoch ist es jedes Mal die Entscheidung des Schützen ob er seine Waffe abfeuert, oder nicht. Ob er auf einen Zivilisten zielt oder auf denjenigen der ihm den Befehl erteilt hat. Es kämpft nicht ein ganzes Land gegen ein anderes. Es sind stets einzelne Personen die Entscheidungen treffen. Natürlich spielen Zwang und Angst eine große Rolle, doch mit jedem Schuss stellt der Schütze sein eigenes Leben, über das derer die er erschießt.

Wie viele Menschenleben ist deines wert? Und warum?

 

Das Thema Verantwortung ist ein sehr breites und tiefgehendes, denn irgendwie hat Verantwortung auch immer etwas mit der Schuldfrage zutun.

 

Wenn es gut läuft waren es immer alle, wenn es schief geht alle anderen.

 

"Als Einzelperson kann man sowieso nichts machen, denn diejenigen die die Entscheidungen treffen sind die da oben, die Regierung, die Gesichtlosen der Macht und des Reichtum, eben die anderen."

Der oberste Chef Nestlés ist nicht schuld an der Wasserknappheit und dessen ungerechten Verteilung. Zumindest nicht er allein. Das Verhalten eines einzelnen Menschen kann niemals so langfristige und weitreichende Folgen nach sich ziehen. Etliche Mitarbeiter, Kooperationspartner, Werbeträger, Kunden und Konsumenten nicken die Entscheidungen dieser Firma ab indem sie sie unterstützen.

 

„Die anderen machen es auch, da macht es doch keinen Unterschied was ich tue“. Ich denke da so drüber: Jeder Mensch hat eigene Moralvorstellungen, eigene Prinzipien, eigene Interessen, zwar beeinflusst und dennoch unabhängig von der Gesellschaft in der er lebt,…zumindest sollte das so sein. Somit hat auch jeder Mensch ein Herzensthema, dem er mehr Bedeutung zuschreibt als anderen. Für die einen ist es Umweltschutz, für andere Frieden, andere setzen sich für Tierschutz ein und wieder andere machen sich für Menschenrechte stark, einige die Nächstenliebe innerhalb der Gemeinde oder Nachbarschaft beweisen, Leute die Ehrenämter ausüben. Man kann von niemandem erwarten die gleichen Ansichten zu haben, aber man sollte darauf achten sich seiner Verantwortung bewusst zu sein.

 

„Ich wusste von nichts“, ist doch kein relevantes Argument, in einem Zeitalter, in dem man auf Knopfdruck sämtliche Informationen erhält. Sich dumm stellen bedeutet, dass man sich sowohl vor sich selbst als auch gegenüber anderen die Fähigkeit zum selbstständigen Denken abspricht.

 

Ich bin die letzte die mit erhobenem Zeigefinger sagt, man solle auf dies verzichten und jenes beachten, sich vegan ernähren und fair trade leben und im besten Fall keinen Müll produzieren, absolut nicht.

Ich richte mich nach der Philosophie, lebe wie du es möchtest, aber tu es bewusst.

 

Bewusstes Leben beginnt da, wo das Denken das Nachdenken anfängt.

 

Eben weil wir in einem Industrieland leben, im kapitalistischen Wahnsinn des Überflusses, haben wir die Freiheit zu wählen wovon wir uns ernähren, wie wir uns kleiden, wie wir uns fortbewegen, wie wir leben (zumindest der Großteil).

Es ist in Ordnung so zu leben, aber es ist nicht in Ordnung die Verantwortung abzugeben. Denn im Endeffekt trägt man im Leben nur die Verantwortung für sein eigenes Verhalten. Andere kann man höchstens beeinflussen, aber niemals vollständig kontrollieren.

Also denke, rede, wohne, iss, bewege dich so wie du es willst, lebe so wie du es für richtig hältst, denn es ist dein einziges Leben, aber sei dir deiner Taten und ihrer Konsequenzen bewusst und steh auch dazu. Alles andere ist der Grund für Ungerechtigkeit auf diesem Planeten, sowohl dem Menschen als auch der Natur gegenüber.