08/15 Szene Typ.

In dieser Gesellschaft, scheinheilig und verlogen,

hab ich mich in den Drogen verloren.

An manchen Tagen möcht ich ihren Lügen glauben,

meinen Stolz schlucken, meine Seele verkaufen.

08/15 der Typ von nebenan.

Arbeitnehmer, Papa, Ehemann.

 

Alles schon gehabt und hingeschmissen.

Meth ist für mich da, drauf geschissen.

Mein Leben ein Haufen Scherben,

im Sumpf geboren und im Loch werd ich sterben.

Hartz 4 und Netflix ist schließlich auch kein Leben.

 

Meine ganzen Kollegen,

jeden Tag zusammengehangen,

wird vor Gericht der Eine vom Andern hingehangen.

Keiner ist mehr da, haben sich alle verpisst,

gibt’s keinen Vorteil, wirst du von keinem vermisst.

Ich bin nicht wütend, ich bin abgefuckt.

Nicht von der Zelle, nicht vom Knast,

die Welt da draußen ist es,

die mir Kopfschmerzen macht.

 

Tschüss angebliche Freiheit,

was immer bleibt ist Einsamkeit.

Kannst keinem mehr vertrauen.

Willst niemandem mehr glauben.

Stehst allein mit dem Gesicht zur Wand,

Schwäche zeigen ist dein größter Feind.

Aber denk immer dran:

In der Szene gibt’s keinen wahren Freund.

 

Ich erwarte echt nicht viel vom Leben,

will nach Erfolg, Glück und Liebe streben.

Dieser Abfuck geht schon viel zu lange,

mein letzter Gedanke, wenn sie die Tür absperren:

Werd ich mich jemals fangen?